Und ganz ehrlich, dafür hätte ich mir kein schöneres Event als Ultimate Badass von chinkilla vorstellen können! 

Blog Beitrag von Patrizia Rizzello

Was für eine emotionale Zeit und am Ende durfte ich mit einem Sieg aus dem Cage gehen, doch es ging um viel mehr als nur um das Gewinnen. Manchmal nimmt das Leben eine Wendung, die wir weder wollten, noch erwartet hätten, und plötzlich steht alles Kopf. In einer Lautstärke, die mein Herz kaum tragen konnte. Und irgendwo hatte ich mich wohl selbst verloren. In einem Moment, indem alles zu viel wurde, bin ich zum Kickboxen gekommen, ohne zu ahnen, wie sehr ich es brauchen würde.

Am Anfang war das Training für mich „nur“ ein Ventil. Fight Gym Lupus Paderborn ein Ort, an dem mein Kopf für paar Stunden still wurde. Der mir wieder Raum zum Atmen geschenkt hat, Ruhe, obwohl es in mir so stürmte. Aus diesem Ventil entwickelte sich schnell eine Leidenschaft und damit auch der Wunsch, eines Tages selbst zu kämpfen. Relativ früh hatte ich schon diesen Gedanken im Kopf „Ich hoffe, dass ich irgendwann gut genug werde, um einmal zu kämpfen“.

Es hat mich Überwindung gekostet diesen Wunsch laut auszusprechen. Ich habe es mit einem Lächeln als Scherz verpackt, obwohl ich es vollkommen ernst meinte. Ich wusste selbst, dass es eigentlich noch viel zu früh dafür war. Mein Trainer erwiderte mit einem Lächeln „Wenn du so weitermachst, bist du auf einem guten Weg dahin“. Von diesem Moment an hatte ich etwas, worauf ich hinarbeiten wollte. Ich wollte so gut werden, dass die Frage irgendwann von selbst kommt. Also trainierte ich ein Jahr lang motiviert, diszipliniert und wissbegierig weiter – Tag für Tag, Woche für Woche. Und dann kam tatsächlich der Moment, auf den ich gewartet hatte. Mein Trainer fragte mich „Was machst du eigentlich am 15.11.?“.

Ich wusste sofort, was dieses Datum bedeutete. Natürlich wusste ich das, als begeisterte Kickboxerin hatte ich chinkilla und deren Veranstaltungen aufmerksam verfolgt. Schließlich hatte ich genau dieses Event gewünscht. Ich antwortete mit einem Grinsen im Gesicht „Was soll ich denn am 15.11 machen?“ und er fragte endlich „Hast du Bock zu kämpfen?“ Aus einem anfänglichen Scherz wurde nun Ernst: Ultimate Badass 3 in Köln!
Mit der Anmeldung begann nicht nur die Vorfreude, sondern auch die Nervosität, jetzt hatte das Ganze plötzlich ein Datum, einen Ort und eine Gegnerin. 

Die Vorbereitung wurde härter und intensiver. Neben dem Vollzeitjob tägliches Training. Immer wieder über die eigenen Grenzen gehen und meinen Körper an Belastungen bringen, von denen ich vorher selbst nicht wusste, dass er sie aushält. Langsam machten sich allerdings auch Zweifel breit: „Habe ich genug trainiert?“ oder „Hätte ich mehr machen müssen?“. Ich wusste, ich werde vor über 600 Menschen einlaufen, vor meiner Familie, vor meinen Freunden, vor meinem Team. Zwei monatelang war die Nervosität mein ständiger Begleiter! 

Zwei Wochen vor dem Kampf, entwickelte sich aus dieser Nervosität eine innere Ruhe.
Ich fühlte mich gut vorbereitet, sicher und stark. Ich wusste, dass ich in der Vorbereitung mein Bestes gegeben hatte. Ich wusste, dass es nur eine Siegerin geben kann und dass meine Gegnerin wahrscheinlich genauso hart am Trainieren ist. Ich wusste, wenn beide so viel Zeit, Energie und Liebe investieren, dass wir beide den Sieg verdient hätten. 
Ab dann wurde mir bewusst, egal wie der Kampf ausgeht, in meinem Herzen habe ich schon längst gewonnen! Ich bin stärker und besser geworden, ich habe wieder zu mir selbst gefunden und bin mental gewachsen. Ich habe großartige Menschen an meiner Seite, die längst mehr als nur mein Team sind, die an mich glauben und mich motivieren. Ein Gym, das mir ans Herz gewachsen ist und sich wie ein Zuhause anfühlt. All das hatte ich schon längst gewonnen!

Mit diesem warmen Gefühl und voller Vorfreude kam ich am 15.11.2025 in Köln an. Nach all den Monaten voller Training, Schweiß, Zweifel, Wachstum und unzähliger Stunden im Gym war es endlich so weit: der Tag meines ersten Kampfes. Kurz bevor mein Einlauf losging, kam es einfach aus mir heraus „Kacke, ich gehe da jetzt wirklich rein.“, mein Trainer klopfte mir motiviert auf die Schulter „Ja, Mann, das wird gut!“.Dann ging mein Einlauflied an. Ich hörte schon das Publikum jubeln. Ich holte tief Luft und betrat den Raum – ich war überwältigt von der Atmosphäre. Ich umarmte meine Trainer und bedankte mich noch einmal für alles, für ihre Unterstützung, ihr Vertrauen und dafür, dass sie mich bis zu diesem Moment begleitet hatten.

Dann betrat ich zum ersten Mal den Cage. Ab jetzt hieß es nur noch mir selbst und meiner Ecke vertrauen. Und ganz ehrlich, bei aller Vorbereitung – wow, ein Kampf ist echt anstrengend! Die Runden waren hart und fordernd, meine Gegnerin hat mir kaum Zeit zum Atmen gelassen. Das Anfeuern meiner Ecke hat mich durch die Runden getragen. Es hat mir Energie gegeben, obwohl mein Körper müde wurde. Und dann kam das Ergebnis, Sieg. Dieser Sieg war das Ende eines Kampfes, der lange in mir tobte. Ich hätte niemals gedacht, dass mich dieser Moment so überrollt…


Aber als ich aus dem Cage kam und in der Menge jubelnd mein Team, meine Freunde und meine Familie sah, die alle da waren, um mich zu unterstützen, sind bei mir einfach die Tränen ausgebrochen. Jeder Ruf, jedes Lächeln, jede Umarmung hat dieses Erlebnis zu etwas ganz Besonderem gemacht. Ich werde diesen Tag für immer in meinem Herzen tragen!


Vielleicht liest das grad eine Frau, die denkt: 
„Ich würde auch gerne mal kämpfen.“
„Bin ich stark genug?“
„Ich habe Angst.“
 „Was denken die anderen über mich?“

Ich kenne diese Gedanken. Und ich wünsche dir, dass du den Mut findest, deinen Zweifeln nicht das letzte Wort zu überlassen!  Denn wie mein Trainer so gerne sagt:
„Du hast schon gewonnen, sobald du in den Ring steigst!“

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